Weaver-Ratgeber · 3 Min. · Aktualisiert

Vollspachteln: den Fehler an deiner Wand finden – und die kleinste Korrektur

Kanten, Beulen und kleine Löcher im Streiflicht sind nach dem Spachteln ganz normal. Du musst selten von vorn anfangen: Finde den Fehler und mach die kleinste Korrektur.

Eine Arbeitslampe auf dem Boden leuchtet an einer gespachtelten Wand entlang nach oben, und das Streiflicht zeigt Grate, eine Mulde und kleine Löcher, die mit Bleistiftringen markiert sind.

Schritt 1 · 2 Minuten

Finde die Fehler mit dem Lampentest

  1. Schalte das Deckenlicht aus und zieh die Vorhänge zu.
  2. Stelle eine kräftige Arbeitslampe direkt an der Wand auf den Boden, sodass das Licht an der Wand entlang nach oben fällt.
  3. Zeichne mit dem Bleistift einen leichten Ring um jede Stelle, die Schatten wirft.
  4. Stelle die Lampe seitlich daneben. Manche Fehler sieht man nur aus einer Richtung.
  5. Prüfe mit der flachen Hand. Grate spürt man oft, bevor man sie sieht.

Erhebung oder Mulde? Sieh, wo der Schatten liegt

Schatten darüber

Erhebung Schatten darüber

Sie steht hervor. Schleife sie ab.

Eine gerade Latte kippelt auf einer Beule.Die Latte kippelt.

Schatten darunter

Mulde Schatten darunter

Sie liegt tief. Fülle sie auf.

Licht scheint unter eine gerade Latte über einer Mulde.Licht unter der Latte.

Schritt 2

Finde deinen Fehler

Tippe auf den, der deiner Wand ähnelt. Behebe zuerst den größten Fehler und prüfe wieder mit der Lampe.

Grate und SpachtelkantenScharfe Linien oder Kanten, die Schatten werfenErhebung
Gespachtelte Wand im Streiflicht mit scharfen Graten und einer Spachtelkante, die jeweils einen dünnen Schatten über sich werfen.
So sieht es aus
Ein Schleifklotz wird in langen waagerechten Zügen über einen Grat geführt, bis die Kante weg ist.
So behebst du es
Das siehst du
Scharfe Linien, wo die Kante des Spachtels gestanden hat, oder ein kleiner Wulst, wo eine Schicht aufhört. Der Schatten liegt über ihnen.
Darum
Ungleichmäßiger Druck auf den Spachtel oder eine zu dicke Schicht.

Kleinste Korrektur

Leicht schleifen, nur bis die Kante weg ist

  1. Lass die Spachtelmasse ganz trocknen.
  2. Schleife den Grat leicht mit einem Schleifklotz, nur bis die Kante weg ist. Prüfe mit der Hand.
  3. Entferne den Staub und prüfe mit der Lampe.

Vermeide: Kurze, schnelle Züge an derselben Stelle. Damit schleifst du eine neue Mulde. Schleife mit langen, ruhigen Zügen.

MuldenWeiche Vertiefungen mit Schatten darunterMulde
Gespachtelte Wand im Streiflicht mit zwei weichen Mulden, die im unteren Teil Schatten haben.
So sieht es aus
Ein breiter Spachtel zieht eine dünne Schicht Spachtelmasse über eine Mulde, ein gutes Stück über den Rand hinaus.
So behebst du es
Das siehst du
Weiche Vertiefungen. Der Schatten liegt im unteren Teil, und eine gerade Latte zeigt Licht unter sich.
Darum
Zu wenig Masse, ein unebener Untergrund oder die Masse ist beim Trocknen etwas eingesunken. Das tut Spachtelmasse.

Kleinste Korrektur

Eine dünne Schicht, breiter als die Mulde

  1. Zeichne einen Ring um die Mulde.
  2. Ziehe mit einem breiten Spachtel eine dünne Schicht auf, 5–10 cm über die Mulde hinaus, nach allen Seiten.
  3. Ziehe die Masse zu den Rändern hin dünn aus, damit keine neue Kante entsteht.
  4. Lass es trocknen, schleife leicht und prüfe noch einmal. Eine tiefe Mulde braucht vielleicht zwei dünne Schichten.

Mulden auf der ganzen Wand? Dann ist die kleinste Korrektur eine neue dünne Schicht über die ganze Wand. Nicht mehr schleifen.

Vermeide: Um die Mulde herumschleifen. Das macht sie nur breiter.

Löcher und PorenKleine Punkte oder KraterMulde
Gespachtelte Wand im Streiflicht mit einer Gruppe kleiner Löcher und Poren, jede mit Schatten am Boden.
So sieht es aus
Ein Japanspachtel drückt Spachtelmasse in kleine Löcher, sodass sie gefüllt sind und bündig mit der Wand abschließen.
So behebst du es
Das siehst du
Kleine Punkte oder Krater, oft viele an einer Stelle.
Darum
Luft in der Masse oder ein Untergrund mit vielen kleinen Poren.

Kleinste Korrektur

Dünne Schicht Spachtelmasse, eingedrückt

  1. Nimm etwas Spachtelmasse auf einen Japanspachtel.
  2. Drücke die Masse in die Löcher.
  3. Ziehe den Überschuss mit festem Druck ab, damit du nicht mehr Masse verteilst als nötig.
  4. Lass es trocknen und schleife leicht mit feiner Körnung.
SchleifkratzerFeine Linien oder Wirbel
Gestrichene Wand mit feinen kreisförmigen Schleifwirbeln und einzelnen geraden Kratzern.
So sieht es aus
Ein Schleifklotz mit feinem Schleifpapier schleift die Kratzer weg. Daneben: grobes Papier ist falsch, feines Papier ist richtig.
So behebst du es
Das siehst du
Feine Linien oder kleine Wirbel, die nach dem ersten Anstrich deutlich zu sehen sind.
Darum
Zu grobes Schleifpapier, eine Schleifmaschine, die Wirbel zieht, oder Schleifen mit den Fingern statt mit einem Klotz.

Kleinste Korrektur

Mit feinerer Körnung schleifen oder dünn nachspachteln

  • Feine Kratzer: schleife mit feiner Körnung (150–180) auf einem Schleifklotz nach.
  • Tiefe Kratzer: eine dünne Schicht Spachtelmasse, und schleife mit feiner Körnung, wenn sie trocken ist.

Vermeide: Mit grober Körnung aufhören. Hör immer mit der feinen auf.

RisseDünne Risse in der Spachtelmasse
Wand mit feinen Schwundrissen in einer dicken Spachtelstelle und einem geraden Riss entlang einer Fuge.
So sieht es aus
Gewebestreifen werden über einen Riss an einer Fuge gelegt, und ein breiter Spachtel zieht eine dünne Schicht darüber.
So behebst du es
Das siehst du
Dünne Risse in der Spachtelmasse. Entscheidend ist, wo sie sitzen.

Kleinste Korrektur

Hängt davon ab, wo der Riss sitzt

  • Mitten in einer dicken Schicht: Schwundrisse, weil die Schicht zu dick war. Kratze das Lose ab und fülle in dünnen Schichten wieder auf, höchstens ein paar Millimeter auf einmal.
  • An einer Fuge, in einer Ecke oder wo zwei Materialien aufeinandertreffen: Hier bewegt sich die Wand ein wenig, deshalb reißt Spachtelmasse allein wieder. Lege Gewebestreifen über den Riss, bevor du spachtelst. Ecken und Übergänge kannst du mit Acryl abdichten.

Stopp: Wird der Riss von Jahr zu Jahr größer, oder kommt er nach der Reparatur wieder? Lass ihn beurteilen.

Spachtelmasse, die sich löstDie Spachtelmasse hebt sich oder blättert ab
Spachtelmasse, die sich am Rand hebt und abblättert, sodass ein alter kreidender Untergrund zum Vorschein kommt.
So sieht es aus
Ein Malerspachtel entfernt lose Spachtelmasse bis auf festen Untergrund. Ein Eimer Wasser und ein Schwamm stehen zum Waschen bereit.
So behebst du es
Das siehst du
Die Spachtelmasse hebt sich am Rand oder blättert ab.
Darum
Staubiger, fettiger oder sandender Untergrund. Oder Kalk- oder Leimfarbe darunter: Reibe mit einem Finger über die Wand. Färbt sie weiß ab, ist das wahrscheinlich die Ursache.

Kleinste Korrektur

Bis auf festen Untergrund abkratzen, waschen, grundieren, neu spachteln

  1. Kratze alles ab, bis die Ränder fest sitzen.
  2. Wasche mit Wasser und Grundreiniger. Kalk- oder Leimfarbe: wasche, bis die Wand nicht mehr abfärbt.
  3. Lass die Wand trocknen und grundiere die Stelle.
  4. Spachtle erneut in dünnen Schichten.

Stopp: Lösen sich große Flächen, oder blättert die alte Farbe in Flocken ab? Dann muss der Untergrund untersucht werden, nicht die Spachtelmasse. Siehe Schritt 3.

Karton, der fusseltDer Karton der Gipsplatte ist rau und fusselig
Eine Stelle, an der die Spachtelmasse durchgeschliffen wurde, sodass der braune Karton der Gipsplatte rau und fusselig hervortritt.
So sieht es aus
Ein Cuttermesser schneidet losen, fusseligen Karton weg, damit die Stelle mit Spachtelmasse aufgefüllt werden kann.
So behebst du es
Das siehst du
Der Karton der Gipsplatte ist dort rau und fusselig geworden, wo du geschliffen hast.
Darum
Du hast durch die Spachtelmasse hindurch bis in den Karton der Platte geschliffen.

Kleinste Korrektur

Schleifen stoppen, Loses wegschneiden, auffüllen

  1. Hör dort auf zu schleifen.
  2. Schneide losen Karton mit einem scharfen Messer weg.
  3. Fülle mit Spachtelmasse auf und schleife nach dem Trocknen ganz leicht mit feiner Körnung.

Vermeide: Die Fusseln wegschleifen. Der Karton wird dadurch nur noch stärker beschädigt.

Flecken nach dem StreichenMatte und glänzende Flecken nach dem ersten Anstrich
Gestrichene Wand, auf der die gespachtelten Stellen entlang einer Fuge und über Schrauben glänzender sind als der Rest.
So sieht es aus
Eine Malerrolle mit Grundierung rollt über die fleckigen Stellen, damit die Oberfläche gleichmäßig wird.
So behebst du es
Das siehst du
Matte und glänzende Flecken nach dem ersten Anstrich, genau dort, wo du gespachtelt hast.
Darum
Spachtelmasse saugt Farbe anders auf als der Rest der Wand.

Kleinste Korrektur

Flecken grundieren und neu streichen

  • Nur der Glanz ist unterschiedlich: grundiere oder streiche die gespachtelten Stellen punktuell und streiche die ganze Wand noch einmal.
  • Beulen oder Kanten in den Flecken: zurück zum Lampentest. Behebe die Stellen, grundiere sie und streiche.

Nächstes Mal: grundiere die ganze Wand mit Haftgrund, bevor du streichst.

Schritt 3

Stopp und sieh dir zuerst den Untergrund an, wenn …

  • Das Haus ist von vor 1990, und du musst alte Schichten schleifen

    Alte Spachtelmasse kann Asbest enthalten, und die dänische Arbeitsaufsicht (Arbejdstilsynet) empfiehlt eine Untersuchung, bevor du ein Haus von vor 1990 renovierst. Farbe von vor 2001 kann grundsätzlich Blei enthalten. Schleife nicht in alte Schichten, bevor du weißt, was sie enthalten. Das gilt für die alten Schichten, nicht für die neue Spachtelmasse, die du selbst aufgetragen hast.

  • Feuchtigkeit, Flecken, die wiederkommen, oder Schimmel

    Spachtelmasse und Farbe lösen kein Feuchtigkeitsproblem. Finde zuerst die Ursache.

  • Große Flächen lösen sich, oder der Putz zerbröselt

    Dann muss das Lose ab, und vielleicht sind Glasfaservlies oder eine neue Platte besser als noch mehr Spachtelmasse.

  • Risse werden von Jahr zu Jahr größer

    Lass sie von einer Fachkraft beurteilen.

Beim Schleifen

  • Dicht sitzende Staubmaske (z. B. FFP2)
  • Schutzbrille
  • Sauge mit einem Feinfilter ab oder wische mit einem feuchten Tuch. Nicht fegen.
  • Schließe die Tür zum Rest des Hauses

Weitere Hilfe

Ist die Wand glatt genug?Beurteile sie in dem Licht, das sie bekommt

Die Lampe findet auch Fehler, die im Alltag niemand sieht. Selbst Handwerker der höchsten Qualitätsklasse rechnen bei ganz besonderem Licht mit Schatten.

  • Grundriss eines Raums: Das Licht vom Fenster trifft die gegenüberliegende Wand direkt von vorn.Verzeiht vielWand gegenüber vom Fenster Bekommt das Licht von vorn.
  • Grundriss eines Raums: Das Licht vom Fenster streift die Wand daneben schräg.Selbst kleine Fehler fallen aufWand neben dem Fenster Bekommt das Licht schräg.
  • Eingebaute Spots in der Decke nah an der Wand schicken Licht an ihr entlang nach unten und zeigen kleine Fehler.Selbst kleine Fehler fallen aufSpots nah an der Wand Wirken wie der Lampentest. Wenn du sie planst, stelle höhere Ansprüche.
  • Zwei Wandflächen mit derselben Mulde: Auf matter Farbe sieht man sie kaum, auf glänzender Farbe bricht sich die Spiegelung deutlich.Selbst kleine Fehler fallen aufGlänzende Farbe Je glänzender, desto deutlicher die Fehler. Matte Farbe verdeckt am meisten.
  • Eine Person steht ein paar Meter von der Wand entfernt im normalen Licht des Raums und betrachtet sie.Faustregel: stell dich ein paar Meter entfernt ins normale Licht des Raums. Siehst du die Stelle nicht, ist sie wahrscheinlich gut genug.
  • Querschnitt einer Wand mit großen, weichen Beulen, bei der eine dünne Schicht Spachtelmasse einfach den Wellen folgt.Große, weiche Beulen? Dann ist die Wand nicht eben. Das behebt Vollspachteln nicht.
Bearbeite zuerst eine Fläche von 1 m²7 Schritte, bevor du den ganzen Raum machst
Eine Fläche von 1 × 1 Meter ist mit Klebeband an der Wand markiert, und eine Arbeitslampe auf dem Boden leuchtet sie an.
Die richtige Reihenfolge11 Schritte, wenn du wieder spachtelst

Vorbereiten

  1. Decke Boden und Leisten ab.
  2. Entferne losen Putz, lose Farbe und Spachtelmasse. Wasche die Wand mit Wasser und Grundreiniger.
  3. Grundiere die Wand, damit die Spachtelmasse haftet.

Spachteln und schleifen

  1. Spachtle in dünnen Schichten, höchstens ein paar Millimeter auf einmal. Zwei Schichten reichen meist.
  2. Lass jede Schicht ganz trocknen, meist einen Tag.
  3. Schleife leicht mit langen Zügen: Körnung 100–120 für Grate und die erste Schicht, 150–180 zum Schluss.
  4. Sauge ab und wische nach.
  5. Der Lampentest.
  6. Behebe Erhebungen und Mulden. Wiederhole 5–8, wo es nötig ist.

Abschließen

  1. Grundiere mit Haftgrund. Er bindet den letzten feinen Staub und gibt der Wand überall die gleiche Saugfähigkeit.
  2. Streiche zweimal.
Das brauchst du14 Dinge
  • Breiter Spachtel30–50 cm
  • Japanspachtel
  • Spachtelmassez. B. Sand- oder Rollspachtel für ganze Wände
  • Schleifklotz
  • Giraffür große Flächen
  • SchleifpapierKörnung 100–120 und 150–180
  • Arbeitslampe
  • Gerade Latte oder Richtscheitca. 2 m
  • Staubsaugermit Feinfilter
  • Staubmaske
  • Schutzbrille
  • Abdeckung
  • Grundierung
  • Farbe

Eine Fehlersuche kann dir die Fehler zeigen. Deine Wand sieht sie nicht.

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Häufige Fragen

Kann man eine Mulde wegschleifen?

Nein. Schleifen entfernt nur, was übersteht. Eine Mulde muss mit einer neuen, dünnen Schicht gefüllt werden.

Wie oft muss man eine Wand spachteln?

Beim Vollspachteln reichen meist zwei Schichten. Jede Schicht muss ganz trocknen, bevor du schleifst, und jede Schicht darf höchstens ein paar Millimeter dick sein.

Mit welcher Körnung schleift man Spachtelmasse?

Die Hersteller empfehlen alles von Körnung 100 bis 180. Nimm Körnung 100–120 für Grate und die erste Schicht und 150–180 für den letzten, leichten Schliff.

Wie lange muss Spachtelmasse trocknen?

Meist etwa einen Tag bei Zimmertemperatur. Ist die Luft feucht oder kalt, dauert es länger. Halte dich an die Angaben auf dem Eimer und schleife erst, wenn die Schicht durch und durch trocken ist.

Muss man grundieren, bevor man auf Spachtelmasse streicht?

Ja. Gespachtelte Flächen saugen Farbe anders auf als der Rest der Wand. Grundiere mit Haftgrund, damit du Flecken vermeidest.

Vollspachtelung oder Glasfaservlies?

Hat die Wand viele kleine Risse oder kleine Fehler, kann Glasfaservlies oder Glasgewebe eine gute Lösung sein. Es nimmt kleinere Risse auf und verdeckt kleine Fehler.

Quellen (8)